
Die Irokesen sind berühmt für ihre Verfassung, die repräsentativ war und mit deren Hilfe sie aus mehreren Clans eine Konföderation schufen, die weitreichende Friedensverträge untereinander vereinbarte und einhielt. Bemerkenswerter ist aber, dass ihr Sozialleben "geschlechtersymetrisch" organisiert war, d.h. dass Frauen und Männern zwar unterschiedliche Lebens- und Arbeitsbereiche zugewiesen waren, aber die Verfügung über Ressourcen und Machtpositionen relativ gleichwertig zwischen den Geschlechtern verteilt waren. Die Clans waren matrilinear, so dass die Abstammung mütterlicherseits entscheidend für die Identität der Einzelnen war. Entsprechend waren ihre Vorstellungen von der Erschaffung der Welt von einer Frau geprägt - aus der Himmelswelt fiel eine "Sky Woman", der die Tiere aus Luft und Wasser ein Land zum Leben schaffen, indem sie Erde vom Grund der Wasserwelt auf einer Schildkröte zusammentragen, auf der Skywoman dann Pflanzen sät und so die Welt der Menschen schafft.
Die (männlichen) Clanchefs, die den Clan nach außen vertraten, wurden von der "Clanmutter" gewählt und abgesetzt, wenn sie ihre Aufgaben nicht zufriedenstellend erfüllten.
Die (männlichen) Clanchefs, die den Clan nach außen vertraten, wurden von der "Clanmutter" gewählt und abgesetzt, wenn sie ihre Aufgaben nicht zufriedenstellend erfüllten.
Vergewaltigung war unbekannt.
Die Iroquois lebten hauptsächlich vom Ackerbau, und ergänzend von der Jagd und Sammeln. Die Frauen kontrollierten den Feldanbau und übten ihn aus, das Land war ihr Eigentum und es wurde unter den Frauen aufgeteilt. Durch die Kontrolle über die Nahrungsmittel hatten die Frauen Einfluss, wenn zum Beispiel ein Mann eine unerwünschte Reise oder Aktion plante, konnten sie dies verhindern, indem sie ihm nicht die nötige Ausrüstung gaben. Alle Gebrauchsgegenstände und Werkzeuge gehörten den Frauen.
Die Iroquoisgesellschaft war damit nicht ohne Abhängigkeiten und Machtverhältnisse und alles andere als ein Paradies, aber die Macht war nicht strukturell an ein Geschlecht gebunden.