Montag, 8. Oktober 2007

Zur Geschichte von Aung San I


Wegen der Proteste in Birma und ihrer brutalen Repression durch die Militärdiktatur ist Aung San Suu Kye zur Zeit wieder Thema vieler Berichte. Doch wie wurde sie überhaupt zur Symbolfigur für die Demokratiebewegung Birmas? Ihre Popularität beruhte ursprünglich darauf, dass ihr Vater als Nationalheld verehrt wird - er gründete in den 1940er Jahren verschiedene militärische Organisationen, kämpfte fleissig mit und taktierte und verhandelte geschickt, so dass er maßgeblich an der Unabhängigkeit Birmas beteiligt war (auf dem Bild hält er gerade eine Rede in Rangoon).

Sein Vorgehen war dabei ziemlich undogmatisch: Wegen seiner Aktivitäten gegen die britische Kolonialmacht musste in den Untergrund. Er nutzte dann zunächst Kontakte, um Japans Regierung zu überzeugen, das von den Briten als Kolonie betrachtete Birma von eben diesen mit militärischer Gewalt zu befreien. Dabei kämpfte er selbst mit der von ihm in Bangkok frisch gegründeten"Birmese Independence Army" mit. Die japanische Armee nahm im März '41 Rangoon ein. Die "Independence Army" wurde von Aung San zur "Defense Army" umorganisiert und -genannt. 1943 erhielt er noch einen Orden vom japanischen Kaiser, beschloss danach als Kriegsminister Birmas aber, dass sie ohne Japans Militärpräsenz doch besser dastehen würden, lief zu den britisch-amerikanischen Streitkräften über und gründete die Anti Fascist Organisation, um tatkräftig an der Vertreibung der Japaner mitzuwirken (nebenbei nannte er die Armee um in "National Army"). Seine Vorliebe für Umbenennungen zeigte sich nun in weiteren Taten wie der Umwandlung der AFO in Anti-fascist People's Freedom League - jetzt auch eine Partei, die bei Wahlen die Mehrheit der Sitze für die verfassungsgebende Versammlung erhielt- und der Armee in "Patriotic Burmese Forces". Er verhandelte noch einige wichtige Verträge im Unabhängigkeitsprozess mit den Briten, wurde jedoch vor der Unabhängigkeit '48 während einer Sitzung des Executive Counsils erschossen, zusammen mit sechs weiteren Ratsmitgliedern.

Wie oft sich das inzwischen über 40 Jahre herrschende Militär hingegen umbenannt hat, muss ich noch recherchieren... (to be continued)

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