Samstag, 6. Oktober 2007

Faschos im Links-Pelz


In letzter Zeit bin ich schon öfter über ein anstrengendes Phänomen gestolpert, das leider die Unterscheidung von gut und böse auf den ersten Blick erschwert: zunehmend nutzen rechtsextreme Jugendliche Symbole und Aktionsformen, die ursprünglich, bzw. traditionell der radikalen Linken, den Antifas oder AnarchistInnen "gehörten". So haben sie zum Beispiel Che-Guevarra-Sticker, tragen Punkfrisuren und bilden auf Demos schwarze Blöcke. Auch Begriffe werden geklaut und als Parolen genutzt- sie nennen sich selbst dementsprechend auch "Autonome Nationalisten". Inzwischen wird diese Strömung auch bewusst zur Rekrutierung neuer Hohlköpfe für die rechte Szene genutzt. Hierüber berichtete Richard Gebhardt gestern in seinem Vortrag in Stolberg. In dem Kontext bekommt auch sein Appell, dass es in der Begriffsbildung bei Gegenaktionen und -strategien wichtig sei, sich nicht allgemein als "gegen Radikalismus" oder "Extremismus" zu betiteln, sondern dezidiert den Rechtsextremismus zu benennen, noch mal eine besondere Dringlichkeit.

Einen Einblick in dieses Phänomen gibt ein Artikel von Michael Klarmann (der vor allem über die NPD und Kameradschaftsszene im Kreis Aachen und Düren arbeitet, s. auch Linkliste)




Darüber und über die Aktionen der "autonomen Nationalisten" gibt es Streitereien mit Funktionären der NPD, so dass die Faschos sich mal wieder gegenseitig anpöbeln - wenigstens etwas...



1 Kommentar:

Margot hat gesagt…

Der Trick ist alt und funktioniert offenbar nicht nur in der Werbung. Dass aber auch in der Tierwelt derartige Bestrebungen vorliegen, erschüttert meinen Glauben an die Unschuld der Natur!!